Psychomotorisches Turnen

„Stärken stärken“ – ein psychomotorisches Förderangebot für Kinder am Beginn ihrer Schullaufbahn an der Kardinal- von-Galen Grundschule Sendenhorst

1.    Beschreibung und Ziele:
Das Schuleintrittsalter ist in den letzten Jahren zunehmend geringer geworden. Damit  hat auch die Zahl der Kinder, die mit den komplexer werdenden schulischen und sozialen  Anforderungen in der Schule v.a. in der Anfangsphase überfordert sind, zugenommen. Es kommt zu einer zunehmenden Belastung der individuellen Lernsituation durch Konzentrationsschwächen, motorische Unruhe, mangelnde Kontakt- und Konfliktfähigkeit, etc. , und führt bis zu emotionalen und sozialen Überforderungssituationen.
Durch das Psychomotorische Förderangebot im Rahmen einer Kleingruppe, gedacht als frühzeitige Hilfe für Familien im Schulalltag, soll der obigen Problematik entgegengewirkt werden. Vorrangige Berücksichtigung finden Kinder aus Familien, die aus unterschiedlichsten Gründen einer sozialen Belastung ausgesetzt sind. Zudem werden verstärkt Kinder aus geflüchteten Familien berücksichtigt.
Entsprechend den psychomotorischen Prinzipien der Ganzheitlichkeit, der Entwicklungs- und Handlungsorientiertheit, der Beziehungs- und Kommunikationsorientiertheit steht die Individualität des Einzelnen, v. a. mit seinen Stärken, Interessen und Bedürfnissen, aber auch mit seinen Unsicherheiten, Schwierigkeiten und Grenzen im Zentrum. Bewegung und Spiel werden als zentrale Medien des Förderansatzes genutzt: das Sich-Erleben im Spiel sowie das Verhalten im Dialog mit sich und anderen, aber auch mit Material und Raum rücken in den Blickpunkt.
Die beabsichtigten Ziele sind: Raum geben zum Ausleben kindlicher Spiel- und Bewegungsbedürfnisse mit dem Schwerpunkt des entdeckenden Lernens; Selbstwertstärkung und emotionale Sicherheit durch den stärkenorientierten Ansatz;  Stärkung der Selbstsicherheit, der motorischen Sicherheit und Handlungskompetenz, der Beziehungsfähigkeit, sozialen und sprachlichen Kompetenzen.

2. Umsetzung:

Die Schüler aus der oben beschriebenen Zielgruppe werden nach Beratungsgesprächen  von den Lehrerinnen der ersten Klassen, der Motopädin und der Sonderpädagogin der Schule ausgewählt. Sie treffen sich einmal wöchentlich für eine Schulstunde in der Gymnastikhalle der Grundschule, die für die Gruppengröße (ca 10 Kinder) vielfältige Bewegungsmöglichkeiten zum Experimentieren, Ausprobieren und bewegten Lernen bieten. Um den Beziehungsaspekt gerecht werden zu können, findet das Angebot mit einer Doppelleitung durch die Motopädin und Sonderpädagogin unserer Schule statt. Der organisatorische Rahmen sieht zunächst eine Begrüßungsrunde vor: alle Gruppenmitglieder treffen sich; die Kinder werden mit Namen begrüßt; sie werden ermutigt etwas von sich zu erzählen und sich zu äußern bzgl. den Interessen bezogen auf die Stunde und das Material- und Raumangebot. Die Zeit zum Ausprobieren schließt sich an: hier haben die Kinder Gelegenheit ihren Neigungen, Wünschen, Bedürfnissen und Interessen nachzugehen. In dieser Phase haben die Kinder Raum und Zeit z.B. Bewegungslandschaften aufzubauen und auszuprobieren, Verstecke aufzubauen und anschließend verstecken zu spielen oder aber mit vielfältigen Klein- und Alltagsmaterialien zu experimentieren. Bei ihren Aktivitäten werden sie stets von den Erwachsenen begleitet unterstützt und ermutigt.  Die Stunde schließt mit einer gemeinsamen Reflexionsrunde, in der die Kinder sich äußern können, was gut bzw.  nicht gut war und was sie sich für die nächste Stunde wünschen.
Im Austausch mit den Lehrerinnen der ersten Klassen wurden die Beobachtungen ausgetauscht und die möglichen Wirkungen auf die Situation in der Klasse hinterfragt.

3. Beobachtungen:
Spiel und Bewegung sind für Kinder von zentraler Bedeutung. Sie erleben Bewegung als lustvoll und sind neugierig darauf  unterschiedliche Körper- und Materialerfahrungen zu machen und  dabei Handlungskompetenzen zu entwickeln. In der selbständigen Auseinandersetzung mit motorischen Angeboten zum Klettern, Springen, Schaukeln, Fahren, Laufen, Kämpfen, Konstruieren, etc. …  wird für sie erfahrbar, das sie selber etwas bewirken können. Als Folge daraus lässt sich eine deutliche Zunahme an  Selbstvertrauen und Selbständigkeit beobachten.
Darüber hinaus bietet die psychomotorische Fördergruppe den Kindern vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung ihrer sozialen Kompetenzen: gemeinsam den Aufbau überlegen, sich über das Material einigen, sinnvolle Strategien zum Aufbau entwickeln, sich gegenseitig Hilfestellung geben, gemeinsam Regeln absprechen, Konflikte gemeinsam lösen, die Lust am gemeinsamen Erleben entdecken, etc. …. Dabei machen sie die Erfahrung, dass sie ein wichtiges Mitglied der Gruppe sind.
Zudem ist eine zunehmend hohe intrinsische Motivation bei den Kindern zu beobachten. Kompetenzen wie Problemlösungs-und Handlungskompetenz, Umsicht, Flexibilität, Konzentrationsfähigkeit und Frustrationstoleranz werden gefördert.
Aus Sicht der Klassenlehrerinnen wirkt sich die Teilnahme an der psychomotorischen Fördergruppe positiv auf die Lernsituation in der Klasse aus. Folgendes konnten sie beobachten, was sie unmittelbar mit der Teilnahme an der Gruppe in Verbindung bringen:
•    höhere Konzentrationsfähigkeit (z. B. Arbeiten beginnen, durchhalten und beenden,  …)
•    verbesserte Strukturierung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsmateriales
•    verbesserte motorische Kompetenzen im fein- und grobmotorischen Bereich
•    mehr Selbstbewusstsein
•    höhere Frustrationstolleranz und Konfliktfähigkeit
•    sich Einlassen können auf neue Situationen
•    verbesserte Eigenreflexion
•    verbesserte Integration in den Klassenverband
•    verbesserte sprachliche Kompetenz.

4. Perspektiven:
Durch aktive Beteiligung unserer Sozialpädagogin, die auch als Motopädin ausgebildet und der Sonderpädagogin erfährt das Projekt Vertiefung und Nachhaltigkeit. Insbesondere kann jetzt für ausgewählte SchülerInnen der 2.-4. Klassen ein psychomotorisches Fortsetzungsangebot nur aus Mitteln der Schule gemacht werden.
Ein intensiver Informationsaustausch in Konferenzen und Kooperationsgesprächen mit den beteiligten KlassenlehrerInnen stellt sicher, dass das Projekt und die damit verbundenen Ziele transparent sind und im Austausch neue Ideen zur Umsetzung aufgegriffen werden können. Aufbauend bzw. ergänzend ist ein „Soziales Kompetenztraining“ in Kooperation, welches in den Jahrgängen 2-4 von der Sonderpädagogin unserer Schule durchgeführt wird.


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